Überall Bananen! Reisen im Chiquita Land!

So schauen sie also aus, die typischen Bananenenrepubliken. Mir war es vor zwei Jahren, als ich in Costa Rica war nicht so sehr aufgefallen. Aber jetzt wurde es wirklich offensichtlich, nachdem ich wieder in Puero Viejo und nun auch in Panama, in Bocas del Toro war, bzw. bin. Überall Plantagen für Bananen und überall unser Lieblingsbananen von Chiquita.

Aber der Reihe nach. Costa Rica und Panama bestehen ja nicht nur aus Bananen und Plantagen. Die Reiseroute war im groben von Nordwesten quer durch Costa Rica über Monteverde nach Puerto Viejo. Hier trennten sich Sandras und meine Wege. Während sie gerade nach Guatemala zurück fliegt, bin ich gestern über die Grenze nach Panama gewechselt. Mein Plan, nicht weiter südlich als Nicaragua zu fahren hat sich somit als völlige Fehlplanung erwiesen. Denn ich werde bis Panama City weiterfahren. Von dort fliege ich zurück nach Guatemala denn viel weiter geht auch die Straße nicht. Das Darien Gap zwischen Panama und Kolumbien unterbricht dort die Panamericana. Man müsste per Boot oder Flugzeug weiter.


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Endlich kühler mehr Adrenalin: Monteverde in den Bergen

Nachdem wir uns Samara und der Strand ein wenig „fad“ wurde, wollten wir ursprünglich mit einem Mietwagen oder Bussen weiter auf die Südspitze der Nicoya Halbinsel fahren. Leider fahren in der Regenzeit nur sporadisch Busse und der Mietwagen hätte einen Allradantrieb gebraucht. Und somit wurde daraus wegen Geld und Zeit nichts. Stattdessen fuhren wir mit ein paar Bussen nach Monteverde, hoch in den Nebelwäldern Costa Ricas. Versprochen wurde Nebel, Ziplining und Berge.

Es brauchte viel Zeit dorthin zu kommen und letztendlich schafften wir es nur (aufgrund der Regenzeit ist es hier überall ziemlich ruhig) weil sich ein Busfahrer mit seinem Bus unser Taxi wurde. Endlich mal einen Bus ganz für uns alleine.

Monteverde, bzw. Santa Elena entpuppte sich dann als wunderbarer Bergort. Wie in den Alpen liegen die Häuser entlang der Berge weit verstreut. In der Hauptreisezeit muss hier der Teufel los sein, zumindest den vielen Herbergen und Restaurants zu Folge. Jetzt ist es aber ruhig und das ist auch gut so.

Wir entschlossen uns mal was für die „Bildung“ zu tun und ließen uns über eine typische Kaffeeplantage führen. Das war super interessant, denn neben Kaffee, werden dort auch Bananen, Zucker und eine Menge Gemüse angebaut. Der Guide, dessen Namen ich vergessen habe, wusste wirklich viel über die Plantage und die Gegend, da er dort aufgewachsen war und später in San Jose Landwirtschaft studiert hatte. Da Sandra und ich die einzigen Gäste waren, hatte er auch alle Zeit der Welt uns alles ganz genau zu erklären. Und der Kerl kannte sich wirklich mit allen möglichen Pflanzen und Anbaumethoden aus. Sehr zu empfehlen!

Nach diesem eher ruhige Tag, der nur durch einen Überschuss an Koffein „aufregend“ wurde, war es dann wieder Zeit für Adrenalin.

In dem Primärwald von Monteverde kann man an Stahlseilen, mit Gurt und Helm bewaffnet, von einer Plattform zur nächsten schweben. Hoch über den Bäumen und Tälern kann man den Wald von oben und am Horizont den Pazifik sehen! Und durch hohle Bäume klettern, abseilen und wie Tarzan durch die Baumwipfel fliegen ist ganz nach meinem Geschmack! Das längste Seil über ein Tal war 800 Meter lang und knapp 90 Meter über dem Boden. Super Sache! Hätte gerne noch eine zweite Runde gedreht. Auch hier hatten wir wieder Glück und unsere Gruppe war klein. Außer uns zwei waren noch drei Chinesen dabei. Die scheinen jetzt langsam auch zu reisen. Bisher habe ich noch nie Chinesen mit Rucksäcken gesehen. Höchstens mal Reisetouren auf dem Marienplatz oder am Chinesischen Turm in München.

Auf zum Strand und den Bananen. Reisemüde sind wir auch.

Nach den Bergen fuhren wir in einem Rutsch durch Costa Rica bis nach Puerto Viejo. Dort war ich vor zwei Jahren schon mal gewesen und wusste, dass man dort ganz gut entspannen kann. Perfekt also für ein paar Tage Ruhe und unsere letzten Tage zusammen auf Reisen.

Gewohnt haben wir in einem wunderbar ordentlichen, sauberen und gemütlichen Hostel. Die Besitzerin war Deutsche (da sieht man es wieder!) und hatte den Laden wirklich im Griff. Man könnte auch sagen, sie führt ein hartes Regiment (Schuhe ausziehen, keine Wäsche auf dem Balkon aufhängen, etc.). Aber uns war es ganz recht, denn es gab endlich mal ein anderes Frühstück: Nämlich Brot (!), Butter (!), Honig (!!), Käse und Marmelade. Nach Monaten mit Reis, Bohnen, Eiern und Pfannkuchen ein wahres Erlebnis und Gaumenschmaus!

Außer frühstücken haben wir es für ein paar Tage eher ruhig angehen lassen. Sogar ein Regentag war uns willkommen. Nach 3 Monaten wird man ein wenig reisefaul. Und ja. Mir ist bewusst, dass das „Jammern auf hohem Niveau“ ist, bzw. ein „first-world-problem“ ist, wie wir es nennen. Aber irgendwann hat man genug von Bussen, ständigen Szenenwechseln und dem Smalltalk den man mit anderen Reisenden so führt.

Getan haben wir aber schon ein wenig. Mit dem Fahrrad kann man wunderbar durch den Urwald am Strand entlang radeln und nach Tukanen, Faultieren und Affen Ausschau halten. Habe sie auch alle entdeckt. Faultiere sind super! Die Strände sind so wie man sie sich in der Bacardi-Werbung oder im Reisebüro vorstellt.

Lustig wurde es, als wir am Strand lagen und plötzlich ein alter Freund von Sandra mit seiner Freundin vorbei kam. Mit den beiden sind wir am nächsten Tag auch in eine Rettungsstation für Tiere gegangen. Ich bin ja jetzt nicht so der Fan von Zoos und so, aber es entpuppte sich als sehr interessante und lustige Einrichtung. Nur mit Mühe konnten wir Sandra vom Diebstahl eines Brüllaffenjungen abhalten. Denn der mochte sie offenbar sehr.

Gestern kamen wir dann am Ende unserer dreimonatigen gemeinsamen Reisezeit an. Ich stieg in den Bus zur Grenze und sie später in den Bus nach San Jose. Schon merkwürdig, wenn man so viel Zeit miteinander verbracht hat und plötzlich alleine unterwegs ist. Aber es war eine großartige Zeit und ich bin froh mit ihr unterwegs gewesen zu sein. Es hat mir außerordentlich gut gefallen! Von nun an geht es  alleine weiter, was alles ein wenig komplizierter macht, weil mein Spanisch nicht so gut ist.

 

Entlang vieler Bananen nach Panama hinein

Das merkte ich dann sehr schnell, als ich die eiserne, alte Grenzbrücke nach Panama dreimal überqueren musste, weil dem Grenzbeamten mein Stempel vom Kollegen aus Costa Rica nicht sichtbar genug war. Dummerweise sprach er kein Englisch (oder wollte nicht) und ich konnte mir nur zusammenreimen, was er da genau meinte. Also bin ich wieder zurückgelaufen (aufpassen, dass man einem die Flip-Flops nicht zwischen den losen Planken in den Fluss fallen), habe den Kollegen auf der anderen Seite mit meinem Gemisch aus Italienisch-Spanisch-Englisch erklärt, dass er den Stempel noch mal deutlich reinstempeln sollen und musste dann unverrichteter Dinge wieder zurück auf die panamaische Seite gehen, denn der Costaricaner weigerte sich den Pass erneut zu stempeln. Nach einer Weile reichte dem Panamaer der Stempel auch so (ich langweilte ihn wohl) und nach lockeren zwei Stunden gemütlich mit großem Rucksack über die Brücke hin- und her laufen und mit Beamten diskutieren war ich auch schon eingereist. Aber dank Saudi Arabien bin ich da nicht mehr emotional und lasse es einfach über mich ergehen.

Danach war es nur noch eine Fahrt durch endlose Bananenplantagen bis Altamira und eine kurze Bootsfahrt nach Bocas del Toro. Dort habe ich dann auch eine mir passend erscheinende Herberge mit dem Namen Heikes Hostel gefunden. Trotz des Hinweises auf meinen ähnlichen Namen, wollte man mir aber keinen besseren Preis machen…

Morgen werde ich dem Strand und der Regenzeit entfliehen und einfach für ein paar Tage in die Regenwälder in Panama verbringen, wo der Regen dann auch normal und alltäglich ist. Und in einer Woche muss ich schon meine Füße in den Panamakanal halten, damit ich von dort zurück nach Guatemala fliegen kann. Ich bin gespannt, was Panama außer Bananenplantagen und Regen noch so zu bieten hat.

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