Saudi Arabien! Ein Mekka für Snacks – Liebhaber

Ursprünglich wollte ich heute über die Rolle der Frauen in Saudi-Arabien schreiben. Aber dann habe ich mich anders entschieden (ist auch ein eher schwieriges Thema) und schreibe stattdessen über Snacks.

Mal Hand aufs Herz. Wie viele von euch waren schon mal in einem arabischen Restaurant? Ich sehe grade nur wenige erhobene Hände. Das liegt zum einen daran, dass ich vor einem Spiegel sitze und wohl auch daran, dass es bei uns so was eher selten gibt. Klar kann man zu einem Afghanen, Libanesen, Perser oder zur allgegenwärtigen Türken zum Essen gehen. (Den besten Döner Münchens gibt es übrigens hier! Ernsthaft!) Aber so richtiges arabisches Essen ist das aber auch nicht.

Hier in Dammam gibt es natürlich typische arabische Küche. Ich könnte problemlos jeden Abend in einem anderen Restaurant am Boden liegen und Huhn mit Reis oder Hammel auf Reis essen. So richtig viel Variation scheint die arabische Küche aber auch nicht zu haben. Denke, dass liegt wohl auch an den eher unfruchtbaren Böden hier. Viel grünes Gras für Tierhaltung gibt es nicht und auch Gemüsebeete waren früher eher die Ausnahme.

Gott sei Dank gibt es die Inder und Pakistanis!

Die machen Dammam und Saudi Arabien für mich zum echten kulinarischen Snack-Erlebnis! Ein gutes Beispiel war gestern. Ich musste mal wieder nach Bahrain ausreisen und wurde von einem Inder und einem Pakistani aus dem Büro begleitet, damit ich nicht verloren gehe (das sind in der Tat so was wie meine Bodyguards). Bevor wir auf die Brücke gefahren sind haben wir noch kurz bei der örtlichen Chai-Institution halt gemacht und einen der süßen und milden Chai genossen. War gar nicht einfach den Chai in der Tasse zu behalten, weil wir über eine Baustelle gebrettert sind, um die rote Ampel zu meiden.

Die Azeem Cafeteria ist scheinbar das Mekka für Chai in der Umgebung. Rings rum sind lauter kleine indische Läden und Shops. Glaube, die Inder kommen hier auch so gerne her, weil es sich ein wenig wie daheim anfühlt…

Im Anschluss gab es wieder Pan (gesprochen). Das ist eine Mischung aus verschiedenen Inhaltsstoffen, die sich scheinbar je nach Geschmack unterscheiden.

Auf jeden Fall waren in meiner Mischung bisher immer Fenchelsamen, Zucker, Bethelnuss und das Blatt des Betelpfeffers enthalten. Im ersten Augenblick ist es kurz gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man die ersten Nüsse zerkaut hat und der scharfe Saft der Blätter zu schmecken ist, möchte man es nicht mehr missen (liegt vielleicht auch daran, dass Betelnuss in größeren Mengen abhängig macht). Betelnüsse sind übrigens der Grund warum viele Menschen vom Subkontinent rötlich-braune Zähne haben. Genossen wird dieser Snack nach dem Essen, weil er gut für die Verdauung sein soll…so gut wie ein Schnaps ist er aber mit Sicherheit.

Einen anderen Snack den ich liebe gibt es immer, wenn Mr. A. bei der Bank war und unterwegs irgendwo dieses Linsengebäck gekauft hat. Er nennt sie im Spaß immer „indian doughnuts“, sagt mir aber den echten Namen leider nicht. Weiß auch nicht warum.

Dieses Gebäck wird aus Linsen gemacht und dann frittiert. Neben Linsen ist ein wenig Chili sowie Lauch oder Frühlingszwiebel enthalten. Am besten schmecken sie warm. Anfangs kaufte er immer nur vier Stück, also zwei für jeden, ein. Mittlerweile bringt er mir ein paar mehr mit. Muss unbedingt lernen wie man die macht. Dann steige ich in die Großproduktion ein.

Den einzigen echt guten arabisch Snack (bin mir aber sicher, dass ich sowieso nur an der Oberfläche kratze) den ich bisher gefunden habe ist ein Brot, welches man Zahtr nennt. Ich habe keine Ahnung, wie man es schreibt. Das Brot wird mit einer Masse aus Thymian, Oregano und viel Salz bestrichen und dann direkt im Ofen gebacken.

Danach muss man es nur schnell an die Kasse, über die Straße und ins Hotel schaffen und man hat ein echt leckeres Abendbrot. Nur viel Wasser sollte man mitgenommen haben, weil es, wie gesagt, sehr salzig schmeckt. Zu einem absoluten Favoriten unter den Snacks, besonders am Abend, hat sich ein kaltes Holsten (natürlich der Landessitte entsprechend ohne Alkohol) etabliert. Alkoholfreies Bier ist hier der Renner. Ich möchte nur gerne denjenigen mal kennen lernen, der die verschiedenen Geschmacksrichtungen verbrochen hat! Ich bleibe lieber beim Holsten „Classic“.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers:

%d Bloggern gefällt das:
Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: