Manche Menschen sind hier einfach anders in Saudi…Oder ich verstehe es schlicht nicht.

Es gibt diese Tage, da zweifelt man in diesem Land und an seiner Menschen ganz ersthaft und fragt sich, ob man bald seinen Verstand verliert. Und das sage ich nicht so einfach daher.

Menschen Teil 1: Unfähige Taxifahrer

Der Taxifahrer heute morgen konnte nicht Auto fahren! Der fuhr schlechter als ein Fahranfänger! Diese elende Automatik gauckelt einem jedem Menschen, bzw. Deppen vor ein Auto fahren zu können! Durch meine Taxifahrten hier und jahrelanges Trampen in die Uni bin ich schon einige Dinge gewohnt (Renter, die bei Rot über die Kreuzung rasen, Taxifahrer ohne Ortskenntnisse, Paketdienstfahrer die sich Rennen auf der B388 liefern, usw), aber der kleine Nepalese toppte alles! Ich war versucht auszusteigen und einmal hätte ich ihm fast ins Lenkrad gegriffen. Wie kann man bei einer leichten Rechtskurve den Bordstein rammen, während ich ihm schon 30 Meter vorher sage: „Turn right into King Khaled Street!“ (mehrfach laut vorlesen, dabei immer lauter werden und schneller sprechen. Dann bekommt ihr einen Eindruck von der Situation. Abschließend den Kopf leicht gegen die Wand hauen, um den Aufprall zu simulieren).
Er sei neu, but „no problem!“ „Jaja, no problem! Menschenskind! Du gurkst hier mit Menschen im Auto rum! Lern erst mal Auto fahren, bevor du Taxi fahren willst!“ Auf der letzten Gerade zum Büro erklärte er mir dann die Schönheit der nepalesischen Berge und dass der Mount Everest in Nepal sei…ich wollte nur noch raus!

 

Menschen Teil 2: Zollspediteure ohne Ortskenntnisse

Heute ist der dritte Tag, an dem der Zollspediteuer von einem Kunden versucht, unser Büro zu finden. Er muss mir ein paar Frachtpapiere bringen, damit er die Ware verzollen kann. Am ersten Tag hat er sich die Wegbeschreibung mehrfach erklären lassen, meinte aber er käme besser morgen, weil es heute schon spät sei (es war 14 Uhr…). – Die Menschen hier haben sowieso ein anderes Zeitverständnis. Geoff beschrieb es passend: „Je größer und teurer die Uhr am Handgelenk, desto unwichtiger die Zeit.“- Gestern brüllte der Zöllner bereits ins Telefon, er stünde vor dem Insurance building. Da sei kein Büro von uns. Musste ihm mitteilen, dass er Recht habe, weil unser Büro im sog. Sismo building in der Dhahran Street sei.

Nach einigem hin und her ordnete er an, dass ich ihm meine Adresse und eine Karte schicken solle…per Fax. Gut, kann ich machen. Alles schön markiert und beschrieben, meine Adresse drauf gepackt und ihm gefaxt. Menschen sollte das kapieren. Habe ja im Support gearbeitet und oft Anleitungen bebastelt. Er hat es auch bekommen und wir haben es kurz besprochen. Leider verstand er auch mit Hilfe der Adresse und der Karte nicht, wo das Gebäude sein soll (das Gebäude ist das einzige mehrstöckige Gebäude in der Straße). Also wolle er lieber morgen kommen. Ob ich da auch arbeite (arabisches Wochenende.) Natürlich arbeite ich auch am arabischen Wochenende. Kein Thema!

Vorhin rief der lustige Mensch wieder an: „Er stünde jetzt vor dem Insurance Building!“ Verdammte Axt! Sismo Building! Wie oft soll ich es noch sagen und schreiben? Mit Hilfe von einem der arabisch sprechenden Arbeiter im Büro (es werden grade Wände eingezogen) habe ich dann verstanden, dass er sich in der Stadt irrt! Er steht in Al-Khobar. Der Nachbarstadt. Nicht in Dammam…

Der Handwerker hat nur mit dem Kopf geschüttelt und meinte, der Zollspediteur käme in 1-2 Stunden…Ich gehe mal von übermorgen aus.

 

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