From Nica to Rica

Nicaragua und Costa Rica liegen zwar direkt nebeneinander und doch unterscheidet sich das ärmere, von Diktatur und Bürgerkrieg geprägte Land deutlich vom prosperierenden Costa Rica.

Wir haben vor kurzem die Grenze nach Costa Rica überschritten und somit muss ich meine Aussage, dass Nicaragua das südlichste Land meiner Reise sei, revidieren. Damit mein Reisebericht keine Lücken aufweist, die Ereignisse mich aber überrollen, werde ich die einzelnen Stationen diesmal im Schnelldurchlauf „abhandeln“ müssen. Die Route von Nica nach Rica sah diesmal so aus:

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Isla de Ometepe – mitten im Mare Dulce

Mitten in Costa Rica gibt es einen großen See, der offiziell Nicaraguasee heißt, bei den Einheimischen, den Nica aber Mare Dulce, das süße Meer genannt wird. Inmitten des Sees gibt es, neben vielen kleinen Archipelen, auch einen größere Insel mit zwei Vulkanen drauf. Im Grunde besteht die Insel aus den beiden Vulkanen.

Isla de Omepe war, nach der Pazifikküste unser nächstes Ziel in Nica. Auf der Fähre trafen wir zwei Krankenschwestern aus Quebec, mit denen wir uns glücklicherweise auch ein Taxi teilen konnten. Denn Taxis sind hier sehr teuer. Alles, wie Sprit, muss erst auf die Insel geschafft werden. Gewohnt haben wir im Little Morgen’s, einem Hostel inmitten eines blühenden Gartens. Da die Erde hier sehr nährstoffreich und das Klima mild ist, wächst alles wie verrückt.

Ursprünglich wollte ich einen der Vulkane erklimmen, aber ich war ein wenig krank und habe mich stattdessen zum Reiten überreden lassen. Da ich ja eher der Infanterist bin und mein Wahlspruch zu diesem Thema: „Kavallerie, zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen“ ist, war ich von Anfang an skeptisch.

Als Fortbewegungsmittel wurde mir Massimo zugeteilt. Massimo heißt so in etwa „der Große“ und trotzdem fühlte ich mich wie auf einem Pony. Seine sonstigen Eigenschaften waren auch nicht berauschend. Die beiden Krankenschwestern und Sandra hatten eher kleinere, jüngere Pferde. Kaum aufgesessen ging es in den Busch und ich muss zugestehen, dass es auf einem Pferderücken einfacher ist durch den Dschungel zu kommen. Wirklich schön.

Zum Abschluss ritten wir zum Strand, damit die Frauen noch galoppieren konnten. Massimo und ich hatten bereits ein Gentleman’s Agreement abgeschlossen, welches beinhaltete, dass er mich nicht abwirft, ich ihn dafür auch nicht antreibe. Also trabten wir gemächlich den anderen am Strand hinterher. War auch besser so, denn die eine Krankenschwester wurde von ihrem Pferd geworfen und ich wartete mit ihr eine Stunde am Straßenrand, bis uns jemand abholen konnte. Sie war nicht so recht in der Verfassung, zu Fuß nach Hause zu gehen. 3 Tage später konnte sie aber mit ein paar Schmerzmitteln wieder surfen. War dann also nicht gar so wild, wie es am Anfang aussah.

 

Granada in Nica – eine wunderbare Kolonialstadt

Von Ometepe aus fuhren wir nach Granada. Dort trafen wir zum einen die kleine englische Familie wieder, mit denen wir von Guatemala bis nach Nica gereist waren. Außerdem die Kiwi und den Holländer aus Magnific Rock und einige andere Reisende, welche wir unterwegs getroffen hatten. Vielleicht waren es die vielen bekannten Gesichter, die dafür sorgten, dass uns Granada so gut gefiel.

Nach fast zwei Wochen in abgelegenen Orten, waren wir reif für Cafes, gutes Essen und ein paar Bars. All das kann Granada problemlos bieten und wir blieben fünf Nächte. (Ich kann jedem, der 2-3 Wochen Zeit hat Granada und Nicaragua nur wärmstens empfehlen!). Wir verbrachten einige Zeit mit den Engländern und dem kleinen Gilbie, der mich offenbar recht mag. Jedenfalls fragte er alles aus mir heraus, was ich von Schildkröten und surfen wusste.

Da die Stadt doch recht klein ist, unternahmen wir Tagestrips zur Laguna de Apoyo und auf den Vulkan Mombacho.

Laguna de Apoyo ist ein Kratersee keine halbe Stunde außerhalb von Granada, wahrscheinlich mit dem saubersten Wasser in ganz Nicaragua. Da die Lagune in einem Vulkankrater liegt, ist das Wasser sehr alkalisch und klar. Es fühlt sich sehr „samtig“ an. Dort verbrachten wir einen Nachmittag mit schwimmen, lesen und dolce far niente.

Am folgenden Tag unternahmen wir eine kleine Tour in den Nebelwald auf dem Vulkan Mombacho, direkt neben Granada. Hier wurde uns langsam wirklich klar, dass wir in der Regenzeit und Nebensaison unterwegs sind, denn wir waren offenbar die einzigen auf dem verwunschenen Berg, der normalerweise in Wolken gehüllt ist. Da uns Bergerfahrenen der Berggott aber wohlgesonnen ist (scheint zumindest so), rissen die Wolken ab und an auf, so dass wir eine wunderbare Sicht auf Granada, die kleinen Inseln im Mare Dulce und Laguna de Apoyo hatten.

Auf dem Abstieg holte uns noch der Transporter ein, der die 11. Klasse der deutschen Schule aus Managua nach Haus und uns zum Parkplatz fuhr. Von dort nahm und der Parkranger auf dem Pickup mit nach Granada.

Völlig problemlos und nett. Ich mag Nicaragua und die Nica. Super Bueno Nica Power eben.

 

Auf nach Costa Rica zu den Ticos

Costa Rica kenne ich eigentlich schon, zumindest den Süden des Landes. Dort war ich vor zwei Jahren mit einer Freundin, die ich Anfang November in Cancun wiedertreffen werde.

Also auf nach Costa Rica, auf die Halbinsel von Nicoya. 5 Busse, einem pedantischen Grenzbeamten (er wollte doch tatsächlich alle erforderlichen Papiere sehen, was uns 25 USD für ein Rückfahrtticket nach Managua kostete, obwohl wir nicht wieder nach Nicaragua ausreisen wollen) und 11 Stunden später waren wir in Samara an der Pazifikküste.

Es war bereits dunkel als wir ankamen und daran kann man den Unterschied zwischen den bisherigen Ländern und dem reicheren Costa Rica sehen. In allen Ländern bisher, außer Mexiko, fährt man nachts besser nicht Bus. Deshalb fahren am späten Nachmittag auch kaum noch Busse los. In Costa Rica geht es deutlich besser. So war es auch kein Problem im dunklen die Villa Kunterbunt zu finden.

Die Villa Kunterbunt liegt etwas außerhalb, was uns aber sehr recht war, da wir beide ein wenig „reisemüde“ waren. Außerdem waren wir auch hier die einzigen Gäste und auch Samara brodelt derzeit nicht gerade vor Leben. Es ist schlicht Regenzeit und so verbrachen wir einen Nachmittag auf der Terrasse und beobachteten das Gewitter.

Ansonsten macht man das, was man sonst so am Strand tut. Rumliegen und schwimmen gehen. Dabei die Geier beobachten, wie sie die Reste eines Einhornfisches verspeisen. Hat uns von der Aufregung her auch völlig gereicht. Den Geiern auch.

Außerdem konnten wir endlich einmal wieder in Ruhe kochen, was nach den vielen Hostels ohne Küche sehr schön war. Irgendwie reicht es mir dann doch irgendwann mit dem einheimischen Essen. Denn das besteht, beim Frühstück zumindest, meist aus Rührei, dazu Gallopinto bestehend aus schwarzen Bohnen und Reis. Nach 2,5 Monaten habe ich keinen Hunger mehr drauf. Trotzdem sind wir nicht lange dort geblieben und haben uns wieder aufgemacht, noch ein wenig mehr vom Norden Costa Ricas zu entdecken.

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