Die Taube Elfi, ihr Nachwuchs und wieder kein Bäreninder. Dafür ein Museumsstück. Eine einmalige Gelegenheit etwas historisches aus Saudi Arabien zu sehen…

An der Taube Elfi und ihrem Nachwuchs wird im In- und Ausland rege Anteil genommen. Finde ich super! Hätte nicht gedacht, dass eine Taube im staubigen Dammam je so interessant sein könnte. Und dass ich irgendwann mal über Tauben berichten würde. Bin ja weniger ein Fan der Luftratten, aber sei es drum… Zudem gibt es diese Woche eine wahre Rarität zu bestaunen: Ein Museumsstück aus der Vergangenheit der arabischen Halbinsel. Bin mir zwar nicht so sicher was es ist, aber ich nehme gerne Vorschläge in den Kommentaren entgegen. Die beste Idee bekommt ein Glas Wüstensand von mir.

 

Die Taube Elfi und ihr Nachwuchs

Sogar Mr. A. im Büro hat Elfi und das Küken mittlerweile ins Herz geschlossen und schaut ab und an nach, ob auch alles in Ordnung ist. Oder beziehungsweise, ob das Küken überhaupt noch da ist. Viel tun könnte auch er nicht, wenn Manfred der mörderische Marder, oder irgendein anderes Raubtier da waren.

Elfi selbst bekomme ich nicht mehr zu sehen. Die ist immer noch so ängstlich wegen der turbulenten Wochen, dass sie immer reiß aus nimmt, wenn ich die Tür zum Taubenschlag öffne oder auch nur am windigen Schloss rüttel. Man hört dann immer das typische Geräusch einer davon flatternden Taube. Kennt ihr bestimmt. Hört man in Stätten öfter mal. Das Küken der Taube hingegen gedeiht prächtig und wird immer fetter. Keine Angst, es verhält sich hier nicht wie bei Hänsel & Gretel und der Hexe. Denn ich bin nicht die Hexe. Mittlerweile zeigen sich langsam die ersten Anzeichen von Flaum und Gefieder. Bin mir sicher, dass das jetzt relativ schnell geht, bis es Flügge wird.

 

Historisches aus der saudischen Vergangenheit

Mein Verständnis der Geschichte von Saudi Arabien ist nur unwesentlich länger und umfangreicher wie dieser Artikel auf Wikipedia. Und dabei denke ich, dass ich eigentlich ein recht gutes Geschichtsverständnis habe. Aber ehrlich gesagt ist hier in weiten Teilen der Halbinsel in den letzten 500 Jahren nicht so wirklich viel passiert (verglichen mit anderen Regionen). Abgesehen von der Ausbreitung des Islam, der Gründung des saudischen Staates sowie der Entdeckung des Erdöls. Lustiger weise sind das ziemlich weltbewegende Themen und Komplexe. Schon merkwürdig, dass solche Dinge in einer geschichtlich eher abgelegenen Region stattfanden.

Anyway. Auf unserem Stockwerk neben unserem Büro ist seit kurzem die Verwaltung eines Museums eingezogen. Das komische dabei ist, das man die Büroräume auch gleich als Lagerraum für Ausstellungsstücke nutzt. Habe ich so auch noch nie gesehen. Auch dass die Ausstellungsstücke erst mal auf einem großen Haufen im Foyer gesammelt wurden war eher ungewöhnlich. Wenn man den Haufen bei uns rumliegen sehen hätte, wäre man nicht auf die Idee gekommen, dass das historisch wertvoll sei. Aber hier verhält sich das offenbar deutlich anders. Und Holz ist jetzt auch nicht der Rohstoff, den man hier an jeder Ecke findet. Wahrscheinlich gibt es wegen der harschen Witterungsbedingungen ganz einfach nur sehr wenige Relikte und Artefakte, so dass man auf die wenigen erhaltenen sehr stolz ist. So was ist ja auch Sinn stiften für eine Nation.

Wer eine Idee hat, was auf dem Bild hier dargestellt wird, soll sich bitte unbedingt melden. Bisher ist auch kein Verantwortlicher vorbei gekommen, um mir meine Fragen zu beantworten.

Selbst Mr. A., der schon locker 30 Jahre Erfahrung mit Saudi Arabien aufweisen kann, hat nur den Kopf geschüttelt (kein indischen Kopfschütteln, welches eine Zustimmung ausdrückt, sondern ein wahres, verneinendes Kopfschütteln. Muss man vorsichtig sein). Auf meinen Vorschlag hin, dass es sich vielleicht einfach um Kunst handeln könnte, hat er dann die Stirn gerunzelt und laut gesagt: „Mr. Budu (so nennt er mich)! C’mon! This is not art!“ Hab ich dann mal so akzeptiert, weil mir klar wurde, dass auch wir beide kein ähnliches Kunstverständnis haben. Außerdem fällt auch mir es schwer das Konstrukt als Kunst einzuordnen, halte ich mich an Karl Valentin, der da sagte: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Zudem habe ich den Eindruck, dass Beduinen und andere Wüstenbewohner eher pragmatisch als künstlerisch veranlagt sind.

Fazit: Ich habe keine Ahnung, wenn es sich nicht um einen Kamelsattel handelt. Mit Sonnendach natürlich. Nett ist es aber schon, wie es da im leeren Foyer steht…und vielleicht lüftet sich das Geheimnis ja irgendwann.

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