Belize, San Pedro & Caye Caulker – Go slow!

Ehrlich gesagt hatte ich wenig Ahnung von Belize. Im Grunde wusste ich nur, dass es einen Staat Belize in Mittelamerika gibt. Aber ich hätte nicht einmal sagen können, wo genau er liegt. Hat bisher auch noch nicht so wirklich interessiert. Dementsprechend wenig wusste ich über Land und Leute.

Nun bin ich, mehr oder minder zufällig, erst über und dann in dieses Land gestolpert und nach rund 10 Tagen muss ich sagen:

Super Sache! Kann man lassen wie es ist! Denn das Leben hier lässt sich am besten mit dem Schild ausdrücken, welches in den Boden am Bootsanleger betoniert ist:

Ein wenig mehr hat Belize natürlich schon zu bieten. Zum einen ist es einer der Wege nach Guatemala, zum anderen kann man hier das zweitgrößte Barriere-Riff der Welt bestaunen. Nur das Riff vor Australien ist größer. Und da Sandra gerne taucht, war der Stop in Belize quasi vorprogrammiert. Im Landesinneren soll es auch Jaguare, Tukane und so was geben, aber da waren wir noch nicht.

Wir sind von Tulum aus mit dem Bus nach Chetumal an der Grenze gefahren. Dort erledigt man die Zollformalitäten inklusive Drogenkontrolle durch den mexikanische Armeehund auf einem Pier und steigt dann in ein Wassertaxi. Nach einem schauckeligen Ritt (es war ein wenig windig), kamen wir in San Pedro an.

Größere Kartenansicht

Verglichen mit Caye Caulker, einer Insel auf die wir zwei Tage später gefahren sind, tobt in San Pedro das Leben: Es gibt gepflasterte Straßen, Golfcarts und sogar Autos. Und keins fährt schneller als Schritttempo. Eine Menge Wassersportaktivitäten wie tauchen, schnorcheln, segeln und fischen werden angeboten und ständig will jemand einem Drogen verkaufen. Das wird irgendwann zur Plage und nach zwei Tagen kennt man alle umtriebigen Dealer bereits.

Die Leute hier stammen meist von ehemalige Sklaven ab. Deshalb ist der Großteil der Bevölkerung schwarz, trägt Rastas und spricht Englisch oder Kreol. Spanisch wird nur vereinzelt gesprochen und würde wohl auch schlecht zu den ganzen Rastas passen.

Ähnlich wie in den USA wird man ständig gegrüßt oder gefragt, woher man kommt, wohin man will und ob man was kaufen möchte. Gesten haben ich mich beispielsweise mit dem Elektriker unterhalten, der 3 Meter über mir die Stromleitung am Strommast überprüfte. Oder man redet eben mit den Drogendealern. Oder mit Budget Man, der am Hauptplatz leckeres Essen von seinem Grill verkauft und dabei immer vor sich hinsingt: „I am the budget man, come and try my food! Because I am the budget man…“

San Pedro

In San Pedro wird einem dann schnell klar, dass Belize anders ist als Mexiko. Alles wirkt ein wenig wie in den James Bond Filmen, die auf den Bahamas oder so spielen: Nette weiße Häuser mit Terrassen und Gärten. Davor im türkisen Wasser die Segelboote am weißen Pier. Die Häuser im Ort sind kunterbunt und ebenfalls aus Holz. Oftmals auch auf Stelzen gebaut, weil die Hurrikane hier von Zeit zu Zeit durchbrausen und die Insel schnell von Wasser überspült ist.


 

Die Häuser der Stadt sind alle bunt wie das Völkergemisch. Neben Menschen afrikanischer Abstammung gibt es auch Araber, Inder und Europäer. Ab und an sieht man sogar ein paar Mennoniten in ihren Gewändern. Irgendwie ist auch jeder mit jedem verwand. Nach einem Abend in einer Bar kennt man quasi die halbe Großfamilie des Nebenmanns. Jeder kommt vorbei, stellt sich vor und verschwindet dann wieder. Lustige Gesellen allesamt.

 

Am besten lässt sich die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Denn sobald man den Ort verlässt, gibt es eh keine Straßen mehr. Dann radelt man einfach auf dem Strand zwischen Palmen und Brandung. Das ist sogar der offizielle Weg, um zu den Hotels außerhalb der Stadt zu kommen. Oder man nimmt ein Boot, welches an jedem Steg anlegen kann. Und Stege gibt es eine Menge…

Radeln am Strand

Wir haben ein paar Stops an schönen Orten, Piers und Bars eingelegt oder die Boa beobachtet, die neben dem Weg versuchte den erlegten Iguana zu verschlucken. Hat aber nicht geklappt, weil entweder der Iguana zu groß, oder die Schlange zu klein war. Ging aber trotzdem schlecht für den Iguana aus, wie man an dem Bild erkennen kann.

Boa 1

Insbesondere aufgrund der Bars verbummelt sich der Tag ganz großartig, was dazu führte, dass wir die Fahrräder eine Stunde zu spät zurückgebracht haben. Das hat Joe, den Fahrradhändler aber mal rein gar nicht gestört und wir haben uns noch ne Weile unterhalten, auch wenn ich nur die Hälfte von seinem Kreolisch verstanden habe.

 

 

Caye Caulker

Am nächsten Tag sind wir weiter auf die noch langsamere Nachbarinsel Caye Caulker. Man nimmt einfach eines der vielen Wassertaxis und schippert rüber. Hier ist das Leben nochmals deutlich langsamer. Ich wurde sogar von einem unter einer Palme sitzenden Einheimischen ermahnt langsamer zu gehen, als ich kurz ins Hostel geeilt bin, um meine Kamera zu holen.

In Caye Caulker kann man im Grunde kaum was tun, außer am Strand zu sitzen, den Sonnenuntergang in der Lazy Lizard Bar zu genießen oder Wassersport zu betreiben.Wenn man faul ist, sieht das hier ungefähr so aus. Der Hund ist frei mit mir austauschbar, nur dass ich keine Läuse habe.

Deshalb haben wir auch eine kleine Schnorchltour raus zum Riff gemacht. Oder man bleibt am Ufer und beobachtet die Haie, Rochen oder Fregattvögel von dort aus. Aber schnorcheln macht schon mehr Spaß. Dann kann man Muränen, Hummer, unzählige kleine Fische oder Barakudas beobachten. Sehr merkwürdig war es mit den Haien zu schwimmen. Das Wasser ist nur so tief, dass man stehen kann und um einen herum wuselt es nur so von Ammenhaien und Stachelrochen. Die wissen, dass der Guide Fischreste in der Tasche hat und kommen dann natürlich in Scharen angeschwommen. Wenn man richtig Glück hat, kommt auch eine Seekuh oder ein Seepferdchen vorbei. Hatte ich aber leider noch nicht.

Mittlerweile sind wir hier schon rund eine Woche versackt und man kennt sich bereits auf der Straße und grüßt einander. Sehr nett also. Und nach ein paar Tagen sind auch Kathy und Tim nachgekommen, die Sandra schon auf Isla Holbox getroffen hatte und die dann in Tulum in der Cabana neben uns wohnten.

Um dem faulen Leben ein Ende zu bereiten, haben wir beschlossen eine dreitägige Segeltour entlang der Küste zu machen und erst dann ins Landesinnere und Guatemala zu fahren. Mal sehen ob wir einen Platz auf dem Boot bekommen…

 

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